Kein Grund, sich einen Kopf zu machen?

Kopfschmerzen Teil 01: Kopfschmerzen sehen viele Betroffene nicht als Grund für einen Arztbesuch

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Liebe Leserinnen und Leser,

Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz. Der Kopfschmerz ist ein Schmerz, den fast jeder Mensch kennt und teilweise fürchtet. Nach Schätzungen leiden zirka 70 Prozent aller Deutschen unter wiederkehrenden Kopfschmerzen. Über sechs Millionen Menschen sind Migräne-Patienten.

Der Neurologe Russell C. Packard bringt es auf den Punkt:

„Der Patient, der an Kopfschmerzen leidet, findet sich häufig in der Situation eines medizinischen Waisenkindes. Er kann sich glücklich schätzen, wenn sein Kopfschmerz vorübergehend ist. Ist dies nicht der Fall, befindet er sich auf einer Exkursion beim Augenarzt, Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Neurologen, Zahnarzt, Psychiater, Orthopäden, Apotheker und der neuesten Massagepraxis. Er wird geröntgt, mit Brillen ausgestattet, psychoanalysiert, stimuliert, es werden die Zähne gezogen, er wird eingerenkt und die Nasenmuscheln werden operiert. Zumeist bleiben die Kopfschmerzen bestehen.“

Hier trifft der renommierte Arzt und Wissenschaftler Prof. Dr. Hartmut Göbel eine klare Aussage. Ohne Kenntnis einer Kopfschmerzklassifikation und ohne ein klares Konzept der Differenzierung der verschiedenen Symptome ist eine Kopfschmerzdiagnose nicht möglich, sondern allenfalls eine klinische Beschreibung isolierter Symptome. In vielen Fällen wird den Ursachen von Kopfschmerzen nicht auf den Grund gegangen. Zwei Drittel der Kopfschmerz-Betroffenen und fast drei Viertel der Migränekranken haben mindestens einmal im Monat Kopfschmerzen und das oft jahrelang. Trotz dieser Situation lässt sich ein großer Teil der Betroffenen nicht behandeln. Jeder Zweite, der den Gang in die Praxis scheut, gab an, Kopfschmerzen seien kein Grund, zum Arzt zu gehen.

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Ein Blick in die Handtasche der Frauen zeigt, dass dort neben Lippenstift und Puder sehr oft auch Schmerztabletten zu finden sind. Dies führt unweigerlich, zu einer Selbsttherapie. Das aber kann gefährlich sein, weil Schmerztabletten bei übermäßigem Gebrauch selber Kopfschmerzen, ja sogar Dauerkopfschmerzen hervorrufen können.

Was ist der Grund? Die normale Anpassung des Körpers an Störungen gerät durcheinander. Der Patient wird schmerzempfindlicher, nimmt deshalb immer häufiger Tabletten ein und wird mehr und mehr von diesem Konsum abhängig. Was gilt als kritisch? Die Einnahme an mehr als zehn Tagen im Monat.

Angesichts dieses Risikos sollte man sich lieber, zusammen mit dem Arzt oder Therapeuten, eingehend mit dem individuellen Kopfschmerz befassen. Erfahren Sie nächsten Monat mehr darüber, wie Kopfschmerzen richtig klassifiziert werden.

Bleiben Sie gesund und neugierig!

Ihr Hubert Brüderlein

Grafikquelle: https://de.123rf.com/ © Somsak Sudthangtum, © 9nong

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