Faszien und der Katapult-Effekt

Warum Kraft und Bewegung nicht nur von den Muskeln abhängt

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Das Faszientraining beinhaltet vier Elemente

  1. Faszial Release (Verklebungen lösen, z. B. mit der Blackroll)
  2. Faszial Stretch (langsame, endgradige, schmelzende Bewegungen)
  3. Rebound Elasticity (federnde, elastische Bewegungen – dies ist der aktivste Teil des Faszientrainings)
  4. Sensory Refinement (Körperwahrnehmung)

Für eine optimale, ökonomische Bewegungsabfolge im Alltag oder im Sport, ist der sogenannte Katapult-Effekt mitverantwortlich. Diesen Effekt kann man erklären, wenn wir Tiere beim Bewegen beobachten. Es gibt Tiere wie z. B. Antilopen oder Kängurus, die sehr weit springen können. Über die reine Muskelmasse können diese Sprungleistungen nicht erklärt werden. Genauso können die Weltrekorde beim Gewichtheben über die reine Muskelkraft nicht erklärt werden. Biomechaniker haben ausgerechnet, dass der Mensch, wenn er nur rein mit der Muskelkraft schwere Gewichte heben würde, nicht in der Lage wäre, mehr als 50 kg zu heben.

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Wie kann man diese Leistungen erklären? Antwort: durch ein gesundes, leistungsstarkes Fasziensystem. Während dieser explosiven Bewegungen werden die Faszien (z. B. Achillessehnen) wie Gummibänder vorgespannt, wobei kinetische Energie gespeichert und beim Absprung entladen wird.

Durch das Lösen dieser Energie können diese Leistungen erklärt werden. Beim Gehen und Laufen arbeiten über 600 Muskeln und Faszien im Körper kooperativ zusammen. Je größer die Vorspannung eines Armes beim Werfen eines Balles ist, desto weiter kann dieser geworfen werden. Durch die Faszienforschung konnte beobachtet werden, dass die kontrahierten Muskelfasern bei federnden Bewegungen wie beim Hüpfen, Laufen oder Springen von der Länge her fast gleichbleiben (isometrisch). Die Achillessehnen werden bei diesen Bewegungen jedoch vorgedehnt und unterstützen wie eine Sprungfeder die Abstoßbewegung gegen die Schwerkraft.

Durch weitere Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass bei einem leistungsstarken Fasziensystem der Einsatz der Muskelaktivität sinkt. Das heißt, die Faszien haben das Kommando übernommen und setzen den Reibungswiderstand in den Gelenken herab. Durch die geringere Muskelaktivität spart der Mensch Energie und erlangt somit Leichtigkeit und Freude beim Bewegen.

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Leichte, federnde Bewegungen wie bei Tänzern, Turnern, Kampfkünstler oder Sprintern, weisen auf ein optimales, gesundes Fasziensystem hin. Gleichförmige Bewegungen wie z. B. beim Radfahren, am Crosstrainer, Stepper oder beim Rudern aktivieren mehr die Muskulatur als das Fasziensystem.

Deshalb sollte der Mensch für ein optimales Faszientraining auch federnde Bewegungen integrieren. Wer beim Laufen die Faszien betonen möchte, kann dies durch bestimmte Laufübungen (Lauf ABC wie z. B. Hopserlauf, Skippings, Seitwärts- oder Rückwärtslaufen) erreichen. Faszien lieben Raum, Weite und werden daher bei dreidimensionalen Liebscher & Bracht® Bewegungstherapie Übungen bestens trainiert.

Ihr Hubert Brüderlein

Grafikquelle: https://stock.adobe.com/de/ © Christopher Howey; © nanettegrebe; © gekaskr

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