Jede Therapie hat ihre Zeit

Schulterschmerzen: Behandle erst das Gelenk!

© 123rf.com - racorn

Aktuelle Blogs

Suchen

Datum

Archive
© 123rf.com - racorn

Im Themenkomplex „unnötige Schulterschmerzen“ habe ich Ihnen in den vergangenen Blogs meine Patientin Frau Huber vorgestellt. Sie kam mit einer ideopathischen Arthritis zu mir. Ich möchte hier noch einmal die klinischen Zeichen und den Verlauf der ideopathischen Arthritis beschreiben.

Zu Beginn der Erkrankung (Stadium 1) wird nur bei bestimmten Bewegungen über Schmerzen geklagt. Die Schmerzen sind im Bereich des Oberarmes und das Liegen auf der Schulter ist noch möglich.

Im Stadium 3 ist Dauerschmerz vorhanden, v. a. wird über nächtliche Schmerzen geklagt, die den Schlaf sehr beeinträchtigen. Der Schmerz zieht bis unterhalb des Ellenbogens, Richtung Daumen. Das Schlafen ist auf der Schulter nicht mehr möglich. Stadium 2 ist ein Übergangsstadium.

Die entzündliche Phase kann zwei bis neun Monate dauern. Wenn in der entzündlichen Phase gearbeitet wird, dann ist oftmals eine Verschlimmerung der Symptome die Folge. Ich bin froh, wenn ich die Patienten in dieser frühen Phase der Entzündung bekomme. Warum? Das Ziel sollte sein, diese entzündliche Phase sehr kurz zu halten.

© 123rf.com - Paylessimages

Was ist zu tun? Wichtig ist die Aufklärung, dass dieses Krankheitsbild mit oder ohne Therapie ein bis eineinhalb Jahre dauert und eine gute Selbstheilungsprognose hat. In der entzündlichen Phase schicke ich meine Patienten mit einer ideopatischen Arthritis zu einer bestimmten Ärztin, die zwei bis maximal drei Injektionen intraartikulär gibt. Ich erlebe auch immer wieder betroffene Patienten, die mir sagen, ich bin ja schon gespritzt worden, es hat nichts geholfen. Diese Art der Injektion ist jedoch sehr speziell und erfolgreich.

Diese sehr guten Erfahrungen habe ich mit dieser Ärztin seit über 20 Jahren gemacht. Nach dem Abklingen der entzündlichen Phase ist eine gelenksspezifische Mobilisation durch erfahrene Manualtherapeuten in der Regel erfolgreich. Auch hier ist die Hierarchie der Behandlung entscheidend. Frau Huber ging es bei der ersten Therapie auch schlechter, weil diese in der entzündlichen Phase angewandt wurde.

Warum war die entzündete Kapsel das ursächliche Problem? Durch die MRI Untersuchung wurden noch weitere Befunde festgestellt. Eine Bursitis, eine Teilruptur der Sehne oder eine Arthrose des äußeren Schultereckgelenkes ergeben niemals ein Kapselmuster. Schon der „Vater der Orthopädie“, Dr. James Cyriax, sagte vor vielen Jahren: Treat the joint first. Behandle zuerst das Gelenk!

Meine Botschaft: Jede Therapie hat seine Berechtigung, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt mit den entsprechenden, notwendigen Verfahren eingesetzt wird. Voraussetzung dazu ist die Kenntnis der Pathologie.

Ein bildgebendes Verfahren hat nur seinen Wert, wenn eine gute klinische Untersuchung vorher stattgefunden hat. Wir untersuchen Menschen, keine Bilder.

Ihr Hubert Brüderlein

Grafikquelle: https://de.123rf.com/ © Paylessimages, © racorn

Blog teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp

Andere Blogs, die Sie interessieren könnten

Scroll to Top