Dem Schmerzproblem manuell auf der Spur

Nicht immer geben technische Verfahren die richtige Antwort

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Nicht immer geben technische Verfahren die richtige Antwort

Liebe Leserinnen und Leser,

diese Woche geht es weiter mit dem Karateka Hans-Peter. Seine Leistenschmerzen hatten dazu geführt, dass er seinen Sport aufgeben musste. Bei den ersten Diagnosen wurde auf bildgebende Verfahren gesetzt und eine avaskuläre Nekrose angenommen.

Hans-Peter wollte die Diagnose und das weitere Prozedere mit seinem Hausarzt vorher noch besprechen. Der Hausarzt fragte ihn nach seiner Referenzbewegung, das heißt bei welcher Bewegung er seinen typischen Schmerz provozieren kann. Hans-Peter spreizte sein rechtes Bein über 90 Grad ab (Abduktion) und hielt die Position einige Zeit, wobei er seine typischen Schmerzen provozieren konnte.

Die vom Hausarzt durchgeführte Funktionsuntersuchung ergab folgenden Befund: Die passive Hüftbeugung war endgradig schmerzhaft. Die Hüftrotationen waren frei, es lagen keine passiven Einschränkungen vor. Dieser Befund ist sehr wichtig, denn hier kann bereits eine Gelenkserkrankung im Sinne einer Arthrose ausgeschlossen werden.

Eine Gelenkserkrankung ist mit einem Kapselmuster gekoppelt. Das heißt, dass es pro Gelenk dafür zu bestimmten Bewegungseinschränkungen in einer bestimmten Reihenfolge kommt.

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Beim Kapselmuster ist die Innenrotation der Hüfte am stärksten eingeschränkt, gefolgt von Hüftbeugung (Flexion), Hüftstreckung (Extension) und der Abspreizung (Abduktion) der Hüfte. Die anderen Bewegungen sind nicht oder weniger eingeschränkt. Diese Beschreibung entspricht dem Kapselmuster nach Dr. Cyriax.

Bei Hans-Peter war die passive Abspreizung (Abduktion) und die passive Adduktion (Bewegung des Beines über die Mittelinie) nicht schmerzhaft.

Als Hans-Peter zu mir in die Praxis kam, fing ich nach der Anamnese mit der Inspektion an.

Bei der Inspektion waren keine Auffälligkeiten wie z. B. lokale Atrophien oder Schwellungen zu beobachten.

Was ergab die Palpation? Die lokale Hauttemperatur war im Seitenvergleich normal bzw. es gab keinen Unterschied. Es waren auch keine lokalen Schwellungen tastbar. Wie ich diese Befunde schließlich interpretierte, lesen Sie nächste Woche.

Ihr Hubert Brüderlein

Grafikquelle: https://de.123rf.com/ © Volodymyr Melnyk, © Ian Allenden

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