Handgelenksschmerzen nach einem Sturz

Haarriss in der Speiche zunächst mit einer Schiene versorgt

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Liebe Leserinnen und Leser,

Ich habe heute ein sehr interessantes Patientenbeispiel von meinem Kollegen Andreas Morgenbrodt. Eine 55jährige Stenotypistin war in der Silvesternacht mit einem Champagnerglas in der rechten Hand gestürzt. Da diese Frau das Glas retten wollte, versuchte sie sich mit maximal extendierter Hand abzufangen. Das Glas blieb in der Tat unversehrt, ihr Handgelenk dagegen nicht.

Unmittelbar nach dem Sturz verspürte die Patientin einen heftigen Schmerz im Handgelenk; auch eine deutliche Schwellung war zu erkennen. In der Ambulanz des nächstgelegenen Krankenhauses wurde radiologisch eine Fissur (Haarriss) im distalen (körperfern) Radiusabschnitt (Speiche) (siehe Abbildung) festgestellt. Die Patientin wurde mit einer Gipsschiene versorgt, nach einer Woche dann mit einem zirkulären Gips.

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Nach sechs Wochen wurde der Gipsverband entfernt. Die Patientin wurde zur Behandlung der Schwellung und der Bewegungseinschränkung des Handgelenks an einen Physiotherapeuten überwiesen.

Der Kontrollaufnahme nach ist die Fissur offenbar abgeheilt, nun aber ist eine Fraktur des Processus styloideus ulnae zu erkennen. Der Rest war ohne Befund.

Nun folgte eine Befundaufnahme beim Physiotherapeuten

Inspektion
Im Bereich der Handwurzel findet sich eine dorsalbetonte Schwellung.
Palpation
Im Seitenvergleich fällt eine Überwärmung der Haut des rechten Handwurzelbereichs auf. Die Schwellung ist recht hart, somit liegt wahrscheinlich kein Hydrops vor.
Funktionsuntersuchung
Die Handgelenkbeugung ist 10 Grad, die Handgelenksstreckung 15 Grad und die Radialabduktion 5 Grad eingeschränkt, während die ulnare Abduktion unbehindert ist. Sämtliche Widerstandstests sind negativ.
Therapie
die Behandlung bestand aus Traktionsmobilisierung, aktiver Mobilisierung und Verbesserung der Propriorezeptivität (Wahrnehmung). Unter zunehmender Mobilisierung klagte die Patientin beim Ballen der Faust oder beim Zugreifen über einschießende Schmerzen im Bereich der Handwurzel, so dass sie regelmäßig Gegenstände fallen ließ. Daneben blieb eine teigige Schwellung am Handgelenk bestehen.

Wie es mit der Patientin weiterging, lesen Sie im kommenden Blog.

Ihr Hubert Brüderlein

Grafikquelle: Orthopädische Fallstudien – Dos Winkel; https://de.123rf.com/ © Katarzyna Białasiewicz

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