Hüftschmerzen bei und nach der Arbeit

Querfriktionen und Dehnübungen halfen

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Liebe Leserinnen undLeser,

in den nächsten beiden Wochen berichte ich von zwei Patienten, die dieselbe Erkrankung im Bereich der Hüfte hatten, wobei jedoch die Ursache (Ätiologie) verschieden ist. Die beiden Patienten wurden von dem belgischen Arzt Pat Wyffels und Jo Dewachter betreut.

Die erste Patientin, eine 30jährige Frau, arbeitet in einem Beruf, der auch als „das älteste Gewerbe der Welt“ bezeichnet wird. Die vielbeschäftigte Dame rief Pat Wyffels eines Tages an und bat um einen dringenden Termin.

Pat dachte zunächst an eine Erkrankung im Gefäßbereich. Er bemerkte jedoch, dass sie beim Eintreten hinkte. Auf seine entsprechende Frage antwortete sie mit gequältem Lächeln, sie habe seit einigen Tagen Schmerzen in der linken Hüfte, vor allem wenn sie die Beine anziehen wolle. Die Beschwerden träten bei der Arbeit auf und hielten bis zum folgenden Morgen an, um im Lauf des Tages abzunehmen.

Hinsichtlich Traumata oder einer nennenswerten Änderung der Lebensweise finden sich keine Angaben in der Anamnese.

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Da die Beschwerden durch bestimmte Bewegungen ausgelöst werden und anschließend noch einige Zeit anhalten, ist zunächst von einer Sehnenläsion auszugehen.

Inspektion: Abgesehen von einem gut gebauten Körper sind keine Besonderheiten festzustellen.

Palpation: Lokale Hauttemperatur normal

Funktionsuntersuchung:

Passive Beugung des linken Hüftgelenks leicht schmerzhaft. Hüftgelenksflexion gegen Widerstand ausgesprochen schmerzhaft. Außenrotation der Hüfte gegen Widerstand ebenfalls schmerzhaft. Bei Kombination von Außenrotation und Flexion nimmt der Schmerz noch zu.

Diskussion

Schmerzhafte Flexion und Außenrotation gegen Widerstand sprechen für eine Läsion des M. iliopsoas oder M. sartorius. Die Differenzierung erfolgt durch Palpation.

Spezielle Palpation

Palpation des Ursprungs des M. sartorius im Bereich der Spina iliaca anterior superior löst den spezifischen Schmerz aus, während das Abtasten des M.iliopsoas negativ ist.

Die Arbeitsdiagnose lautet in diesem Fall: Insertionstendopathie des M. sartorius.

Pat klärte die Patientin darüber auf, dass sie eine Sehnenentzündung im Bereich des Muskels hatte, der die Einnahme des Schneidersitzes erlaubt, und dass sie extreme Flexions- und Außenrotationsbewegungen der Hüfte vorübergehend meiden müsse.

Therapie:

In der Regel lassen sich diese Läsionen durch Querfriktion rasch zum Abklingen bringen, was auch im vorliegenden Fall gelang. Bereits fünf Anwendungen von Querfriktionen und Dehnübungen, die die Patientin zum Teil selbst durchführte, führten zu Beschwerdefreiheit.

Nächste Woche stelle ich Ihnen einen weiteren Patienten mit Hüftproblemen vor.

Ihr Hubert Brüderlein

Grafikquelle: https://de.123rf.com/ © woodoo007, © golubovy

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