58.000 Tote durch Nebenwirkungen

Medikation Teil 02: Falsche Medikation kostet viel zu oft Menschenleben

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Liebe Leserinnen und Leser,

letzte Woche habe ich über die negativen Auswirkungen der Übermedikation bei alten Menschen geschrieben. Aber dieses Problem gibt es in allen Altersgruppen.

In deutschen Krankenhäusern sterben jedes Jahr mehr Menschen an Medikamenten als bisher angenommen. Allein in internistischen Abteilungen gibt es jedes Jahr rund 58.000 Todesfälle durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Zu dieser alarmierenden Zahl kamen Dr. Jürgen C. Fröhlich, emeritierter Leiter der Klinischen Pharmakologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, und Dr. Jochen Schnurrer, leitender Apotheker am Uniklinikum Essen, auf der Basis einer repräsentativen norwegischen Studie.

Beachtenswert ist außerdem, dass die Hälfte dieser Todesfälle vermeidbar wäre.

Nach Ansicht dieser Experten sind 31 bis 58 Prozent der Todesfälle auf Dosierungsfehler zurückzuführen, wobei zum großen Teil dafür die Ärzte verantwortlich seien.

In vielen Fällen handelt es sich um Überdosierungen. Bei einem Drittel der Patienten mit Niereninsuffizenz fehlt die Dosisanpassung und bei circa 20 Prozent der Erkrankten wird bei der Dosierung das Körpergewicht des Patienten nicht berücksichtigt. Dazu kommen Verordnungsfehler wie zum Beispiel die Nichtbeachtung von Allergien.

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Mittlerweile sind mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland von Medikamenten abhängig. Viele Menschen greifen im Beruf, Studium oder auch im Sport zu Pillen, um leistungsfähiger zu sein.

Etwa 5 Prozent aller verschreibungspflichtigen Medikamente können abhängig machen, vor allem Schlaf- und Beruhigungsmittel, sagt Heinz Günter Wolf, Präsident der Apothekenvereinigung.

Fast 70 Prozent der Frauen und mehr als 50 Prozent der Männer werden im Verlauf eines Jahres von Kopfschmerzen heimgesucht. Ähnlich verbreitet sind Rückenschmerzen, die rund 15 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage verursachen, laut dem Gesundheitsbericht der Bundesregierung.

Schmerzen sind ein Massenphänomen – und so werden sie auch meist behandelt, sorglos und oft ganz ohne Rücksprache mit dem Arzt. Welche Auswirkungen das haben kann, darauf gehe ich in der nächsten Woche ein.

Bleiben Sie gesund und neugierig!

Ihr Hubert Brüderlein

Grafikquelle: https://de.123rf.com/ © digicomphoto, © puhhha

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