Die Schule der Bewegungslosigkeit

Elektronen Teil 19: Wenn die Elektronen zu Couchpotatoes werden

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Liebe Leserinnen und Leser,

Bewegung liegt nicht nur in unserer DNA, sie ist auch unabdinglich für Gesundheit und Wohlbefinden. Und sie ist leider immer noch absolut unterschätzt in unserer Gesellschaft! Ein Argument, das man häufig hört, ist: Ich bewege ja genügend.

Meine Gegenfrage, für wie viel Kilometer Tagesleistung hat uns die Evolution ausgelegt?

Wir Menschen haben uns früher zwischen 30 und 40 Kilometer pro Tag bewegt. Kinder, bevor sie in die Schule kommen und sitzen müssen, bewegen sich natürlicherweise innerhalb 24 Stunden zwischen 8 und 12 Kilometer.                                         

Wie viel bewegt sich der Durchschnitts-Deutsche in 24 Stunden? Sage und schreibe 2 Kilometer.

Der Mensch besitzt knapp 150 Gelenke. Jeder Mensch ist von Natur aus mit 100 Prozent an Beweglichkeit ausgestattet.  Wie viel Prozent davon nutzt der Mensch täglich?

Antwort: Weniger als 10 Prozent.

Fazit: Von den möglichen 40 Kilometern pro Tag nutzen die meisten Menschen nur 5 Prozent. Von den 100 Prozent an Beweglichkeit in den Gelenken nutzt der Mensch weniger als 10 Prozent.

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Wie reagiert die Natur auf diesen Bewegungsmangel? Die Folgen sind früher oder später Krankheiten. Der Erregungszustand unserer Elektronen nimmt mehr und mehr ab.

Hier einige Auswirkungen des Bewegungsmangels.

Bis zu 15 Millionen Deutsche leiden unter Schmerzen.

Pro Jahr werden 150.000 Bandscheiben-Operationen in Deutschland durchgeführt.

Pro Jahr werden jeweils 200.000 künstliche Kniegelenke und 200.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt.

5,2 Millionen Frauen und 1,1 Millionen Männer leiden in Deutschland unter Osteoporose.

Herz-Kreislauferkrankungen sind weiterhin weltweit die häufigste Todesursache.

Diabeteserkrankungen führen pro Jahr zu circa 40.000 Fußamputationen.

Für all diese Zivilisationserkrankungen ist der Bewegungsmangel ein MITGRUND.

Wenn ein Patient mit Rückenschmerzen zum Arzt oder Therapeuten geht, welche Bewegungsempfehlungen werden gegeben?

Meist werden die drei Klassiker Schwimmen, Radfahren oder Joggen/Walken empfohlen. Es ist sicher von Vorteil, wenn die Patienten in dieser Richtung etwas unternehmen. Wurde jedoch die Anzahl der Zivilisationserkrankungen dadurch reduziert?  Antwort – NEIN.

Diese Bewegungsempfehlungen unterstützen vor allem das Herzkreislaufsystem. Diese Empfehlungen unterstützen die Bewegungsquantität. Bewegungsquantität brauchen wir auch, aber was als Grundlage fehlt, ist die Bewegungsqualität.

Beim Joggen, Wandern, Gartenarbeit, beim Schwimmen oder Radfahren werden immer die gleichen Arbeitswinkel genutzt, das ist einseitig. Um Gelenke und andere Strukturen auf Zellebene bestens zu versorgen, ist als Voraussetzung die Bewegungsqualität beziehungsweise Bewegungsvielfalt zu fördern.

Die Turner geben hier das beste Beispiel ab. Sie sind sehr beweglich (Spagat) und haben sehr viel Kraft (Körperhaltungen an den Ringen). Sie haben eine sehr kräftige, aber auch eine elastische Muskulatur/Faszien. Durch diese Kombination werden die Kräfte auf den Gelenksknorpel über eine größere Fläche gleichmäßig verteilt. Somit gibt es weniger Druckspitzen auf den Gelenksknorpel. Bewegungsvielfalt reduziert die zu hohen und einseitigen Spannungen (Muskeln/Faszien) im Körper.

Wir Menschen sind keine eindimensionalen Wesen. Genauso sollten wir unsere mehrdimensionalen Bewegungsmuster fördern. Was oftmals in unserem Bewegungsalltag fehlt, sind Drehungen oder endgradige Bewegungen. Zum Thema Bewegungsqualität erzähle ich Ihnen nächste Woche mehr.

Bleiben Sie gesund und neugierig!

Ihr Hubert Brüderlein

Grafikquelle: https://de.123rf.com/ © dolgachov, © 1971yes

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